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Caribbean and Central America 2010
"24. März 2010
Nun ist es endgültig vorbei und es heißt wieder aus dem Koffer leben ...
Bahamas

Wir verabschieden uns von den letzten Kollegen, Naddl zieht in ihr neues Heim für die nächste Zeit, wir schaffen die letzten Olympia-Fahrzeuge ins Depot und ich packe meine Sachen für 1,5 Monate Karibik ... Definitiv keine Socken, keine Pullover, keine langen Hosen und keine Jacken - toll sommerlich zu reisen
Dann gilt es auch noch schnell die wichtigen Dinge in Gang zu bringen, wie meine Steuererklärung, auch das gehört wohl zum Leben im Ausland dazu, herauszufinden wie das funktioniert.

Dann geht es los, einmal von West nach Ost, Vancouver nach Toronto um dann von dort aus nach Süden, Nassau/Bahamas zu fliegen.
Die Kosten dort, maximal einem Entwicklungsland, waren natürlich gleich erstmal eine kleine Überraschung, denn mit 30$ each die Nacht für eine "Absteige" habe ich nicht für die nächsten 7 Wochen gerechnet ...
Aber die Freiheit unbeschwert und ohne Zeitdruck am Strand zu liegen und Hummer und Kokosnüsse zu essen, ist halt doch unbezahlbar.
Ein lustiges Städtchen, solang nicht gerade wie bei uns Spring Break ist und keine Cruiseschiffe am Hafen liegen, sind wir tatsächlich die einzigen Weißen. Dann kommen 1 bis 4 Schiffe und man kommt sich vor wie in Europa, nur noch Weiße, die gerade shoppen gehen ...
Der Tag und der Abend wenn alle Schiffe wieder los machen unterscheidet sich sprichwörtlich wie Tag und Nacht. Besonders unter den Menschen, hell und dunkel ...
Da wir ja spontan bleiben wollen und nur one-way-flights buchen, holen wir uns einen recht günstigen Flug nach Havanna in ein paar Tagen mit einem Fake-Rückflug-Ticket, was letztendlich prima funktioniert hat, da ja doch niemand nach dem Ausreise-Flug fragt. Nicht mal in Cuba.

Neben den gigantischen Hotelanlagen, existiert wie wohl überall auch noch die Realität eines solchen Entwicklungslandes. In den Hinterstraßen die wir erkunden ruft man uns zu "white boys in the Ghetto", was wir aber ganz lustig fanden, da wir uns tatsächlich nie wirklich unsicher fühlen ...

Beim erkunden der Hotelanlagen, in die wir uns quasi einfach selbst einladen, treffen wir erstmal Magic Johnson, der am Strand seinen massigen Körper bräunt ... ja - wir haben auch ein Bild gemacht, dummerweise ist in Cuba ja meine Cam vorübergehend abhanden gekommen und damit leider auch die wertvollen Bilder
Bis auf Strand und hier und da ein Fort gibt es aber hier nicht viel zu sehen, woraufhin wir entscheiden, relativ schnell weiter zu fliegen.
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1. April 2010
Flug nach Cuba

3h Verspätung ...
Eine völlig neue (und doch alt-bekannte) Welt erwartet uns. Ohne Spanisch-Kenntnisse führen wir (k)eine Konversation wo es lang geht mit dem Taxi-Fahrer, der uns bei unserer Behausung abliefert. Ein alter Revulutionär, wie er uns auf Bildern von sich mit Che und Fidel zeigt, öffnet die Tür und wir haben eine gute Zeit dort.
Wir sind in der DDR angekommen, zurück versetzt in der Zeit, wie als wäre nie etwas passiert seit '89. Wieder in einem sozialistischen Land, in dem es nichts gibt, niemand wirklich reisen darf, oder es einfach finanziell nie erschwingen kann, aber trotzdem niemand Not leidet und irgendwie jeder zufrieden ist ... Absolut kein amerikanischer Einfluss, außer all die amerikanischen Oldtimer Autos, wo gibt es das in der Welt schon noch?
Menschen stehen km - lang Schlange an einem Eis Laden, weil der als einziger mehr als eine Geschmacks-Sorte führt, es gibt keine dicken Menschen, gibt ja schließlich auch keine ungesunde Nahrung, zumindest nicht im Überfluss ...
2 Währungen, Menschen leben in Armut weil der Staat sie (nicht) bezahlt, wunderschöne Häuser drohen zu verfallen, eine der schönsten Städte gammelt einfach vor sich hin, Miete existiert nicht (vgl. Sozialstaat), Regale im "Konsum" sind entweder leer oder führen ein Produkt im Überfluss ... eben ein soziales System. Unfassbar, ein eigener kleiner Mikrokosmos, der sich wahrscheinlich nur halten kann, weil es eine Insel abgeschottet jedweder Aussenwelt ist!
Wir lieben es!
Wo sollen Informationen auch her kommen? Keine Mauer da über die man drüber schauen kann, wie es "drüben" so ist. Es gibt nix, kein Handy, kein Internet, kaum Fernsehen oder Radio, keine Baumaterialien, nichts. Das Leben spielt auf der Strasse, Menschen tanzen dort, Kinder spielen Baseball und man stolziert so durch die Stadt.
Kreditkarten werden von Bankautomaten nur gelegentlich genommen, das amerikanische Embargo schafft eine Welt, die wohl einmalig ist ...
Irgendwie sind wir dann doch froh, nur zu Besuch zu sein glaube ich und überlegen uns, wie das damals bei uns ausgegangen ist oder ausgegangen wäre, wenn wir eine Insel gewesen wären?!

Die Menschen sind unfassbar nett, kein Ansatz von Kriminalität, essen in der einheimischen Währung ist unfassbar billig, nur Unterkunft und Automiete kosten für cubanische Verhältnisse ein kleines Vermögen.
Mit dem Auto erkunden wir die halbe Insel, Straßenschilder existieren nicht, auf den Autobahnen sind Radfahrer und Fußgänger, Straßenverkäufer und Löcher, in denen man Häuser versenken könnte, Alltag hier.
Wir machen U-Turns auf der Autobahn, weil die Sonne, nach der wir uns ja richten müßen, geschwindelt hat ... grundsätzlich sind wir eh aber eh allein auf 6 Spuren unterwegs.
Glasklares Meer, es gibt ja keine Industrie die es verdrecken könnte, nur russische Lada's oder 60er Ami-Schlitten versüßen das Bild des Verfalls, wir essen in LPG-Küchen, Vom Straßenhändler kaufen wir 3 gerade gefangene Monster-Lobster für 15$, 1L Havana Club kostet 2$, handgedrehte Cigarren 1$, Salsa-Party's sind auf der Straße ...
Als die Planung für unser nächstes Ziel Jamaica langsam Gestalt annimmt, erfahren wir, dass die einzige Airline, die dorthin fliegt, aufgrund des amerikanischen Embargo's nun auch nicht mehr fliegt ... prima, warum dürfen die USA sich eigentlich alles erlauben und warum ist dessen Einfluss so unfassbar groß?
Nachdem wir also langsam bissl nervös werden, nicht mehr weg zu kommen, alle Reisebüro's abgeklappert haben und am Flughafen waren, steht fest, wir kommen zu keinem (!) unserer geplanten Ziele ...
Also heißt es Pläne ändern und wir buchen einen Flug nach Mexico, das einzige Ziel, was erschwinglich ist. Gebucht ... warte, der Typ pfeifft uns zurück, gibt uns das Geld zurück und meint nur Flug ist schon voll! So ist das eben in einem Land, wo Profit keine Rolle spielt ...
Letztendlich bekommen wir dann doch noch einen Flug nach Mexico nebenan und wir drehen damit quasi eine Extrarunde durch Central America ... auch nicht schlecht.
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14. April 2010
Yucatan Peninsula Mexico
Eine neue, andere Welt!

Angekommen in Mexico lernt man erstmal wieder zu schätzen, was man eigentlich in seiner zivilisierten Welt alles hat. Uns konnten plötzlich Leute am Flughafen Fragen beantworten, es gibt öffentliche Verkehrsmittel vom Flughafen als Alternative zu Taxis und in Supermärkten ist eine gigantische Auswahl, mehr als eine Banane und eine Sorte Nudeln wie gerade noch 100km entfernt in Cuba!
Tja, die Frage ist, ist das nun besser oder doch gar nicht notwendig? Brauchen wir die totale Amerikanisierung und den Überfluß wirklich?
Keine Ahnung, wir gehen erstmal einkaufen und laben uns am endlosen Sortiment ...

Nach 2 Tagen unfassbarer Regenfälle in Cancun, einer Stadt die nur zu Springbreak zu existieren scheint, ziehen wir mit einem Mietauto los, auf dem Weg ein paar Länder hier in der Gegend zu sehen. Die Infrastruktur hier mit Hostels ist Traveler-freundlich ausgebaut und Preise für die Unterkunft sind viel niedriger als in den beiden vorherigen Ländern.
Nach den cubanischen Erfahrungen entscheiden wir uns, doch unsere Flüge schon mal etwas im Voraus und nicht auf den letzten Drücker zu buchen. Man ist eben doch nicht in Deutschland, online-Buchungen sind eben hier nicht so einfach und Kreditkarten wollen auch erstmal angenommen werden ...
Guatemala, Belize, Dominikanische, Haiti und Jamaica sind nun die weiteren Ziele in den kommenden Wochen.

NOch bleiben uns aber ein paar km in Mexico und überrascht sind wir von der Arbeitsmentalität der kleinen Mexicaner, flink und präzise wie Roboter hacken sie die Tasten im Supermarkt. Alles ist fein säuberlich und auch die Polizeikontrollen, in denen wir ständig rausgezogen werden, sind mit deutschen Schäferhunden gründlich durchgeführt, da bleibt kein Rucksack undurchschnüffelt und kein Auge trocken.
Der 1,50m große Mexicaner bewacht uns mit seinem MaschinenGewehr, 25 weitere stehen hinten für den (welchen eigentlich) Krieg gerüstet. Warum mieten wir auch ein Auto ohne Nummernschilder und sind dazu noch so auffällig weiß?! Klar wird man da jedesmal rausgezogen ...
Die Kultur ist unfassbar, Mayatempel an jeder Kreuzung, aber dazu auch je Tempel ca. 2 Mio amerikanische Touristen solang man sich in der Nähe eines großen Flughafens befindet.
Auch kleine Städte sind hier gigantisch groß, unter 700000 geht hier kaum etwas ... schon verrückt dieses Land, aber wohl nicht Ziel meiner Wahl für zukünftige Reisepläne.
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20. April 2010
Wie kommt man nach Guatemala ohne Nummernschilder?

Wir sind an der Grenze, die quasi ein Witz ist und ein Jederman mit brauner Haut auch einfach selbst die Schranke hoch macht und hindurch fährt. Naja - haben wir ja aber nun nicht, also geht der Bürokratie-Krieg los und nach 8h (!) Verhandlung, Faxen und Telefonanrufen ist es vollbracht und wir dürfen doch passieren.
Guatemala ist abermals eine völlig andere Welt, tolle Natur hoch in den Bergen. Vulkane, Dschungel, billig, viele Traveler, ich mag es!
Die Pan-Americana entlang Richutng Süden vorbei an brennenden Müllhaufen, Eseln, Feldern und tiefen Schluchten fahren wir entlang einer legendären Route.
Seen zwischen riesigen Vulkanen, teilweise noch aktiv beeindrucken uns, der Versuch auf einen hochzuklettern scheitert kläglich an fehlenden Wegweisern und der Baumgrenze, welche wesentlich höher liegt als bei uns!
Auf den Fahrten durch's Land wird uns klar, warum man hier in der 3. Welt ist. LKW's mit 12 Anhängern überholen uns bei entgegenkommenden Bussen mit 120km/h, am Wegesrand kann man immer wieder gepresste Auto's sehen, was aber wohl nicht abschreckend genug zu sein scheint ... Lebensmüde wäre geschmeichelt und man gewöhnt sich langsam an den Fahrstil und die Rivalität 3 min auf 100km gut zu machen. Regeln existieren nicht, Richtungsangaben werden nautisch ermittelt und überlebt wird durch Knautschzone.
Die auf den ersten Blick gute Qualität der Hostels wird dann durch Bedbug-artige Ausschläge bei mir etwas getrübt und ich würde mir gern vor Juckreiz die Haut selbst abziehen ... naja, das bringt wohl das reisen so mit sich.

Ansonsten hat Guate echt noch tollen Urwald, was schon beeindruckend ist, nur auch hier und da getrübt von Müll, Menschen die Ihre Wäsche im See waschen und Bränden überall ... aber warum unser Wissen über Naturschutz an solche Länder weiterverbreiten? Wir mussten ja schließlich auch mal unsere eigenen Erfahrungen machen ...
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25. April 2010
Belize
Ist eigentlich schon Sommer?

Der Grenzübertritt zu dem kleinen Land, von dem uns eigentlich jeder bisher abgeraten hat, klappt einwandfrei und wir sind zuwider aller Vorredner überrascht, um wieviel weiter entwickelt und sauberer dieses Land doch im Vergleich ist!
Das Einzige, was leicht störend ist, sind die Schweißtropfen im essen! Es ist April, wir haben 45°C um 21 Uhr zum Abendbrot und fragen uns wie das im Sommer ist ...
Na gut, abkühlen - im Fluß wo die Locals baden und von der Hängebrücke springen, badet auch gleich nebenan eine ganze Schweineherde - ich überspringe dieses Erlebnis, keine Ahnung was man außer bedbugs noch so bekommen kann.
8Uhr morgens, 31°. Wir machen uns auf den Weg mal einen Maya-Tempel hier im Land anzusehen. Wohl gemerkt das 2. höchste Gebäude im ganzen Land (was nur 300000 Einwohner hat, vgl. Cancun, eine mexicanische STADT mit 700000) mit 40m hinter dem höchsten Gebäude, einem anderen Tempel mit 42m Höhe. In 1300 Jahren hat es dieses Volk nicht geschafft, wirtschaftlich und technisch die Maya einzuholen ...
Auf jeden Fall ist die Gesamt-Experience hier wohl ca. 10x besser als in Guate oder Mexico, da wir hier zum einen hoch auf den Tempel dürfen, KEINE Touri's außer uns da sind und man wirklich zu spüren bekommt, was dieses Volk eigentlich im Jahre 700 schon alles vermochte zu bauen!
Belize, schöne Zeit. An dem 2. größten Reef nach Australien müßen wir leider vorbei fahren, zurück nach Mexico um den Flug zurück auf eine Insel zu nehmen.
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30. April 2010
Dominikanische Repulblik
Der Tourismus überwiegt oder "hast du das LAND eigentlich wirklich gesehen"?!

Direkt am Flughafen versucht man uns wie üblich als "andersfarbige" erst einmal ordentlich zu bescheißen (zählt das eigentlich schon unter Rassismus?). Da wir aber wissen wieviel Taxi's kosten, zahlen wir nach langer und lauter Diskussion auch nur die Hälfte des ursprünglich angebotenen Preises. Der Fahrer wirft uns dann aber natürlich aufgrund unserer Unwissenheit auch in der düstersten Ecke der Stadt raus, von wo aus wir, alles ohne spanisch zu sprechen, herausfinden, noch 2km laufen müßen ... nachts, mit unseren riesigen Rucksäcken!
Nachdem wir unsere Behausung dann gefunden haben (und wieder mal überrascht über die Sicherheit in einem 3. Welt-Land sind), stellen wir fest, die komplette Hauptstadt ist quasi Tourismus-free und wie immer ist es so, dass sich der Gesamte Tourismus auf die Resorts am Meer beschränkt, welche nicht auch nur ein bisschen der Realität entsprechen. Schon erstaunlich, dass Touristen hier und wie überall auf diesen Inseln denken, das Land gesehen zu haben, wenn Sie in einem schönen abgeschotteten Resort waren, mal eine schön organisierte Tour machten und trotz allem nicht mal die Hauptstadt gesehen haben. Aber ich sollte nicht richten, schließlich hat jeder seine eigene Idee vom Reisen ...
In Santo Domingo überflutet Müll die Strände, ja - ist sicher nicht so schön wie die vom Hotel sauber geharkten Strände, aber es ist eben die Realität, die wahre - nicht die vom Resort geschaffene vom Resort.
Dann doch, das 1. Mal habe ich nun auch etwas ein mulmiges Gefühl. Eine riesiges Konzert genau am Wasser, 1000e Menschen feiern und tanzen und ein Vater mit seiner Familie genau vor mir. Der Wind weht sein Shirt ein wenig hoch und ich sehe, dass er eine Pistole einstecken hat. Unangenehm wie ausgeliefert man doch sein kann. Jetzt verstehe ich auch, was die Schilder an jedem Laden bedeuten, die da hängen wie bei uns die "bitte kein Eis" mit reinbringen, Schilder welche sagen, bitte keine Waffen mit rein bringen ...
Ich bewege mich ein paar meter weiter und gehen aus seiner Schußlinie, hoffe ich stehe nicht in der nächsten.
Dieses Mal entscheiden wir uns gegen ein Mietauto und nehmen den Bus. Wir wollen natürlich wie immer das Land abseits der Tourismusburgen sehen, die aber leider fast die gesamte Küste des Landes einnehmen ... der Bus ist fantastisch, super luxuriös, mit essen, unfassbar billig, 10x besser als alle Flüge die wir bisher hatten. Eine gute Entscheidung.
Wir kommen in einer niedlichen Strandstadt mit vielen Reisenden wie uns  an, wo wir ein paar Tage bleiben, ein Motorrad mieten, zu einem Fluß in einem glasklaren Canyon fahren und einfach das Leben genießen. Die gleiche Buslinie nehmen wir auch zu unserem nächsten Ziel, wohl dem von dem wir am wenigstens wissen und am meisten abgeraten wurde.
Erdbebengebeutelt und einfach anders als alles was wir bisher gesehen haben ... Haiti!
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5. Mai 2010
Haiti
Das ärmste Land der westlichen Hemisphere

Mit dem Bus von Santiago fahren wir nach Cap Haitien, der 2. größten Stadt des Landes, fern ab des Erbebengebietes. Wir wollten es aber unbedingt sehen, sehen was es bedeutet hier zu leben.
Schon der Grenzübertritt in diesem Bus ist unfassbar. Wir zahlen dafür 10$ und sind gelten damit schon als reich! So werden wir auch angesehen, jede 2. Frau ist schwanger, Kinder betteln, UN-Soldaten überall, schwarze Flüsse in denen gebadet und gewaschen wird, Müll-Brände überall. Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld ...  
Ich habe noch nie so viel Müll gesehen, noch nie so viel Dreck und Armut wie hier und doch kam ich mir nie unsicher vor. Menschen waren eher neugierig, schauen uns unentwegt hinterher, sind vielleicht auch geschockt uns hier zu sehen, keine Ahnung.
Der Bus ist voll, wir sind mit 4 anderen die einzigen Weißen. Angekommen am abgeriegelten Busparkplatz trennen sich unsere Wege und wir sehen nie wieder Weiße. Wir bekommen definitiv Aufmerksamkeit!
Das Hotel ist eine absolute Absteige und kostet trotzdem ein kleines Vermögen, Straßen sind nicht gleich Straßen wie bei uns, Pfützen sind schwarz und irgendwie steigen daraus Blasen auf, jedes 2. Haus ist für den Abriss bereit.

Die Banken bieten keine Möglickeit Geld abzuheben, also müßen wir mit dem durchkommen, was wir mitgebracht haben.
Komischerweiße haben wir nie das Gefühl, dass es unsicher wäre, auch wenn die UN im Panzer an uns vorbei fährt und auch ganz komisch schaut, als wir einfach so durch die city laufen - ohne Helm und Waffe.
Doch wie es immer ist, das Einzige was diese Länder haben ist der Tourismus und nach Naturkatastrophen kommt einfach niemand mehr ... dadurch wird ein armes Land noch ärmer und auch der letzte Hahn ist abgedreht.
Auf dem Weg zur einzig wirklichen Sehnswürdigkeit wird uns das auch wieder klar. Wir werden gefragt, wann endlich wieder Touristen kommen, Menschen beten dafür.
Wir sind an der alten Schloß-Ruine Sanssouci, auf dem Weg zur Citadell.
Großartig, einfach unglaublich - ein Weltkulturerbe und wir sind die EINZIGEN Besucher dort. Der beschwerliche Aufstieg hat sich gelohnt, göttliche Ausblicke über den Bergen der Umgebung, eine Festung wie ich Sie nie vorher gesehen habe!
Traurig nur, was dieses Land daraus macht. Es gibt hier keine Bäume mehr, wir können einen erspähen - hinten am Horizont, alles andere wurde zu Nutzzwecken abgeholzt. Ich erkläre dem Typ der mit uns geht, dass es nicht gut ist, seinen Müll in den Busch zu werfen. Ich weiß nicht, ob er versteht warum ...
Jeder Tag ist für diese Menschen ein Kampf, es gibt keine Industrie, keine Arbeit hier, man hat entweder Tiere die einem Nahrung beschehren, oder man hat es täglich schwer zu überleben.
Und man wird sich mal wieder bewusst, dass all die Jahre die man lebt, nur davon bestimmt werden, wo man geboren wurde. Arm oder reich, ein Leben in Wohlstand oder täglichem Kampf ... weiß man daheim eigentlich zu schätzen was wir haben?
Wir sind froh, dass wir wieder weg können, auch wenn es eine unbezahlbare Erfahrung war, die mich mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebraucht hat.
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8. Mai 2010
Jamaica
Unerwartet

Mein Travelguide hat es vorweg genommen, aber wie immer zählen eigene Erfahrungen!
In Kingston gibt es nichts zu sehen. Eine große Stadt ohne wirkliche Highlights, gegen jede Erwartung, hat uns die Hauptstadt Jamaicas enttäuscht. Die Menschen sind nicht so freundlich wie in den anderen Ländern und von Kultur weit und breit keine Spur.
Nicht nur dass, auch teuer ist es noch im Vergleich zu den letzten Ländern
Wir machen das beste draus und sehen uns die Umgebung an und fahren auf eine kleine Insel, wenigstens ein wenig das Wetter genießen.
Ich fahre weiter, mit den Locals in einem öffentlichen Bus, vollgepackt, die Ticketverkäufer schreihen schon wieder bis ich endlich einsteige und irgendwo an einer Kreuzung ankomme. Laufe mit meinem Rucksack einen Weg entlang, steil bergauf, 40°, immer tiefer in den Dschungel, bis ich an dem Haus ankomme, wo ich die nächsten 2 Tage bleiben werde. Ohne Strom, fließend Wasser oder eine Toilettenspülung. Aber dafür an einem Wasserfall, glasklar, wir trinken aus Kokosnüssen, essen was die Natur bietet. Das ultimative Dschungel-Erlebnis.
Ich lerne bissl deren Sprache, ein Mix aus Englisch und einer afrikanischen Sprache. Es macht schon Sinn: "Mi na go no we"
I don't go anywhere ...

In Port Antonio treffe ich noch ein paar Reisende und wir gehen zur Blue Lagoon aus dem gleichnamigen Film mit Brooke Shields, was einfach toll war und wieder - keine Touris, nur wir! Schließlich ist es ein Geheimtip und es gibt von den Hotelburgen keine geführten Touren.
Weiter in Montego Bay, meinem Abreiseort, wo mir nun nach den ganzen 1,5 Monaten nochmal klar wird, was reisen eigentlich für mich bedeutet.
Ich habe wieder viel gesehen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, an einigen Plätzen länger zu bleiben ...
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13. Mai 2010
Rückflug über die Bahamas, Toronto nach Vancouver

Nach den unzähligen Flügen die wir in letzter Zeit hatten, muss ich sagen, dass ich es langsam nicht mehr aushlate. Jeder Flug geht über die USA, auch wenn die Inseln nur 100km voneinander entfernt sind, die Reisezeiten sind einfach schrecklich und die Grenzkontrollen in den USA auch.
Ich würde wahrscheinlich ein solches Inselhopping nicht wieder machen, zu wenig Zeit um einen Ort wirklich zu erkunden und zu viel Streß mit den Flügen und auch das reine Inselleben hat seinen Reiz verloren - Strand, kaum Kultur und man ist halt doch irgendwie gefangen dort. Auch die Abhängigkeit vom Festland. Ständige Flüge und zu wenig Zeit je Insel/Land erscheinen mir, als hätte ich mich etwas übernommen mit der zeitlichen Planung, denn hier und da möchte man doch auch mal länger bleiben, aber der nächste Flieger kommt bestimmt.

Welche Währung wir eigentlich gerade benutzen weiß ich auch nicht, zuviele in den letzten Wochen? Eins ist klar, ein paar US-Dollar braucht man immer!
Na gut, dann zurück über Canada und nach Hawaii (-;

Angekommen in Canada, regnet es, es liegt noch Schnee auf den Bergen und ich stehe da, in Badeschuhen ...

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