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Canada West 2009
"Fortsetzung hier: Klick
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24. März 2010
Die fetten Zeiten sind vorbei, on the road again ...
Aus dem schönen Haus während der Olympischen Spiele sind wir ja umgezogen worden für die Paralympics ins Fairmont Chateau. Auch schön.
Am 24. ist es vorbei, es kehrt Ruhe ein im Dorf und die Menschenmassen sind verschwunden! Das Dorf sieht wieder aus wie vorher, Zäune sind nieder gerissen, Fahnen abgenommen, das Conference Center wieder leer wie vorher und auf der Olympic Lane fahren auch keine Olympia-Auto's mehr ... 
Schon irgendwie traurig, die nach 2 Monaten liebgewonnenen Kollegen ziehen zu lassen und gewohnte Abläufe einfach abzulegen ...
Aber:
Ab 27. hab ich schon den Flug, den Flug nach Nassau, für 1,5 Monate durch die Karibik. Am 14. Mai zurück und nach Hawaii und danach fahren wir noch das letzte Stück mit meinem Auto durch Canada von Vancouver nach Halifax.



6 Monate noch - fast vorbei

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01. März 2010
Olympia ist vorbei, lang lebe Olympia  ...
Jetzt, nach 5 Wochen am Stück arbeiten für die Olympischen Spiele, ist es nun vorbei. Die Flamme ist gelöscht, die Leute alle am Flughafen Richtung Heimat und wir, der harte Kern bleibt. Denn mit einem fließenden Übergang geht es direkt in die Paralympics über.

Mein Tag heute war frei, was für ein tolles Wort wenn man quasi durchgehend gearbeitet hat. Da habe ich natürlich gleich das gemacht, was ich am liebsten machen: Ich habe meine snowshoes angeschnallt und bin zu dem Berg gefahren, der mich schon einige Male hat verzweifeln lassen und als Gewinner gegen mich hervorgetreten ist - damals hatte er aber Frau Holle auf seiner Seite
Heute, nach einem vollwertigen Steak Tenderloin Frühstück, an einem sonnigen Tag, war der Schnee gepackt und ich bin nicht Hüfttief wie beim letzten Mal versunken. Nach 4h straffer 1200 Höhenmeter-Erringung Queerfeldein ohne Weg, einer wiederum durchgeschwitzten Jacke und wieder zu wenig Wasser stand ich oben! Auf dem Berg, der mich, seit dem ich im Nov. hier angekommen bin, so in seinen Bann gezogen hat! Auf der Gegenüberliegenden Seite der Berge, wo alle anderen Touri's mit dem Lift hochfahren ... tzzzzzzzzzz
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16. Februar 2010
Endlich ...
Heute, nach langem Warten ist es so weit und ich kann voller Nationalstolz behaupten, wir sind Nummer eins im Medaillenspiegel!!!! Yeeeeessssssssssss
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15. Februar 2010
Das Leben ist schön ...
Ich ziehe als um, aus meinem 9m² Jugendheerbergszimmer mit Doppelstockbett in meinen neuen, vom ARD voll gesponserten Master Bedroom in einem 4 Bedroom/3 Bathroom House! 
Schöne Gegesätze, endlich erhalte ich das, was ich schon lang für meine harte Arbeit verdient habe
Kamin, Whirlpool, eigenes Bad mit Wirlpoolwanne, Balkon mit BBQ ... geht doch!
Damit wurden die Olympischen Spiele für mich eingeleitet, nette Mitbewohner - natürlich hat jeder sein eigenes Bad
Da war es nun erst so shwer hier etwas zum wohnen zu finden und letztendlich ist doch alles zum, positiven ausgefallen.
Etwas schlecht fühlt man sich nur, wenn man weiß, wie verzweifelt alte Bekannte sind, die aufgrund der Olympia-Geld-Gier derer Vermieter auf die Straße gesetzt wurden und nun ein Plätzchen zum überwintern suchen ... nicht jeder kann sich Tagespreise von 500$ leisten.

So geht es nun los Olympia, für die einen mit einem positiven Eindruck, für die anderen eben nicht ...
Da der MDR federführend die Organisation übernimmt, treffe ich meine neuen Kollegen mit einem Lachen, endlich mal wieder ordentliche Sachsen. Das hab ich ja seit EINEM Jahr nicht mehr gehört. Chemnitz, Dresden, Leipzig - alle dialektischen Schönheiten vertreten ... eine Wohltat

Nachdem ich die IT/das Netzwerk an den einzelnen Venues in Whistler mit aufgebaut habe, hab ich endlich (auch wohl verdient übrigens) meinen neuen (200km auf dem Tacho) 8 Zylinder GMC Yukon mit 3 Sitzreihen bekommen. 75000$ mit all den Extras die drin sind ... gerade gut genug.
5000 dieser Gefährte wurden für die Olympischen Spiele bereitgestellt. Die Bekleidungsfirma, die die Mitarbeiter ausstattet, hat 100Mio $ gezahlt, diesen Auftrag zu bekommen ... da kann man sich ungefähr vorstellen, was das GMC gekostet hat.
Ein lustiges Auto, nach 1500km die ich bisher gefahren bin, habe ich es auf 15l/100km gedrückt!
Naja, es sind ja die green games!
Zu meinen täglichen Aufgaben gehört es nun, Jens Weißflog, Dieter Thoma und Sven Fischer zu fahren ... wir sind natürlich dicke und der Dieter hat mich auch direkt mit einer wohlbegehrten Akkreditierung für's deutsche Haus versorgt - free food, drinks und celebrities

Streß würde ich ansonsten als was anderes bezeichnen, früh paar Leute hinfahren, mal einkaufen und dann nachmittags nach den Events zurück fahren. Zwischendurch Skispringen und Biathlon von der ARD Plattform schauen und extrem standby ausüben.
Wie könnte mein Leben momentan schöner sein?!
Das flair im village ist auch angekommen, auch wenn bisher die deutschen Medaillenhoffnungen noch bissl hinterher hinken ... die Feiern und Menschen sind glücklich!
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09. Januar 2010
Olympia steht vor der Tür ...

Nachdem ich ja vor ein paar Tagen einen weiteren Haken in meiner Extremsportarten-Liste mit Bungee-springen für 60$ setzen konnte, gab es heute die Krönung.
Eine Freundin hat meine Schicht auf Arbeit übernommen und voller Vorfreude kann ich es kaum noch erwarten, eine weitere Sportart abzuhaken!
In Dtl. hatte ich damals aus Vernunft (oder Geiz: 170€ für 1x) einen Rückzieher gemacht, heute laufe ich 5min. von meinem Haus aus bergauf, am Schild "preparation for the Olympics ongoing" vorbei, Grüße den Security Bouncer mit meinem Namen, unterzeichne ein paar Haftungsausschlüsse, blättere 50$ hin und frage nach meinem Spandex-Anzug ...
Dann stehe ich endlich am Eis der offiziellen Olympia 2010 Bob-Bahn in Whistler wo ich über 3 Ecken und ein paar Kniffe eine Skeleton-Session bekommen habe um dem Hackl Schorch mal zu zeigen wo der Hammer hängt
2x darf ich runter fahren, Gravitation gibt meinem Serotonin einen kräftigen Stoß, Figuren am Rand sind nur noch Schall und Rauch und mit 98km/h zwitscher ich in die letzte Kurve und steige mit einem riesen Lachen von dem kleinen Gefährt! 
Leider nur noch EINE Fahrt ...
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16. Dezember 2009
News, good news ...

Uberraschend lese ich heute eine Email vom staff-housing in der wir gefragt werden, wann wir denn nun endlich einziehen ...
Whistler Blackcomb, also das Skiresort selbst, bietet seinen Mitarbeitern ein begrenztes Kontingent an Wohnungen zum subventionierten Preis an. Da wir aber nur Part-Time für die arbeiten, sind wir grundsätzlich nicht eligible dort zu wohnen. Umso überraschter waren wir über die Mail ...

Dummerweise haben wir ja aber schon für den kompletten Dezember unsere Miete in der anderen Wohnung gezahlt. Zur Erinnerung, wir teilen ein Zimmer und jeder zahlt 675$!!

Dann ging aber auch alles ganz schnell, wir stellen unser Zimmer online, jemand zieht ein und zahlt uns den restlichen Monat + damage deposit und wir ziehen für 306$ (Laut A.R. weit weniger als die HÄLFTE) ins staff housing um.
Weitere Vorteile sind, dass es direkt am Hang gelegen ist, wir haben die Gondel quasi vor der Tür, brauchen kein Monats-Bus-Ticket mehr ...
Ist jetzt wie Ferienlager, nur junge Leute in Doppelstockbetten und Aufenthaltsräumen ... lustig!

Uund am besten ist, es schneit schon wieder wie wahnsinnig! Wir sind bei 50cm in den letzten 24h und insgesamt kumuliert bei 6,24m und es ist gerade Mitte Dezember
Da wir gestern frei hatten, sind wir den ganzen Tag auf dem Berg gewesen und gerade als wir ganz oben auf dem Gipfel angekommen sind, macht die Ski-Patrol den Blackcomb-Glacier auf und ich fahre meinen längsten Powder-Run ever ohne auch nur eine andere Fahr-Spur zu kreuzen
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07. Dezember 2009
Unfassbar ...

Seit nunmehr 2 (!) Tagen ist das Haus voll. Auch die beiden letzten Zimmer im Haus wurden vermietet und wir sind jetzt 2 Deutsche und 8 Australier hier.
Das Resultat ist einfach und sichtab. Mit den ersten beiden Aussies ging es ja noch, aber jetzt kommt's ... Nach 2 (ZWEI!) Tagen in deren Zimmer sieht es so aus:


Fraglich ob das lustig oder traurig ist, denn der Rest des Hauses nimmt gerade diese Gestalt an. Herdplatten und Licht bleiben direkt die Nacht über an, Müll stapelt sich und Fenster lassen wir bei -10° auch gleich auf.
Zum Vegleich, das deustche Zimmer nach einem Monat:


Ja, wir benutzen unseren Schrank
Und dann hadere ich immer bei der Frage, warum ich wieder nach Deutschland will ...
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29. November 2009
Es lebt ...

3 Wochen sind vergangen, seitdem wir in Whistler angekommen sind. 3 Wochen in denen sich das Dorf quasi 180° gedreht hat.
Wer will schon im verregneten Herbst, wo man weder Mountainbiken oder Skifahren kann, im teuersten Nest Canada's sein ...
Der Sommer soll ja angeblich noch busier sein als der Winter, aber im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen ist und im Herbst wenn noch kein Schnee liegt, ist es eine Geisterstadt wie ich letzten Mai bei meiner ersten Ankunft und dieses Mal im Herbst hier merkte.
Jetzt aber, als der Skihang einmal geöffnet hat, kann man sich vor jugendlichen Menschenmassen kaum mehr retten!
Und im Vergleich zu Österreichisch und Schweizer Skigebieten, wo man Abends quasi allein in der city ist weil das Durchschnittsalter bei 55 liegt, gibt es hier jeden Winter eine Invasion Jugendlicher aus der ganzen Welt. Ich möchte fast behaupten das Durchschnittsalter liegt bei vielleicht 28, der Bevölkerungsanteil bei 75% Australiern und Neuseeländern, ein paar Deutsche, Briten und Czechen und viele Asiaten ... Ich habe sogar schon Leute munkeln hören, Sie hätten mal echte Einheimische Canadier getroffen
Jeden Abend brennt hier die Stadt und es ist wie auf Malle. Jeder ist hier for the time of your life ...
Das was man verdient hat, wird direkt in Getränke gewandelt! Jeder ist super easy going und noch nicht einmal habe ich irgendwie Streitereien, extremes Trunkentum oder auch nur Ansätze von Ärger gesehen - gefällt mir!

Nach 2 Wochen in unserem Haus haben wir nun auch endlich mal Mitbewohner, selbstverständlich Australier, bekommen! Die schöne deutsche Ordnung war quasi wie im Flug dahin
Trauriger aber ist, dass, dadurch dass die Nebenkosten ja im Preis enthalten sind, quasi mit Absicht  Energie und Wasser verschwendet werden muss.
Wir kommen Heim, niemand da aber das komplette Haus ist hell erleuchtet und die Heizung steht auf schlappen 23°! Man will es ja schön hell und warm haben in 8h nach der Arbeit.
Dann wird sich noch lustig darüber gemacht, dass es in Melbourne Dusch-Zeiten-Limits gibt, weil eben das Wasser so knapp ist und wie schön es dann hier ist, einfach mal eine Std. laufen zu lassen ... ist doch im Preis drin Schnallt kein Mensch, warum ich in Canada Wasser sparen soll wenn man in Melbourne keins mehr hat ...
Aber so ist das eben hier in little Australia, traurig.
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26. November 2009
Home sweet home ... oder heute war ein schöner Tag

Die offizielle Eröffnung des Österreich-Hauses hier in Whistler konnten wir uns als alte Österreich-Fans natürlich nicht entgehen lassen und es hat sich wahrlich gelohnt! Sofern Wehmut und Heimweh etwas positives sind ... (wie ich wohl finde)
Bratwurst, Stiegl, deutsche Sprache, Energieeffizienz - ein deutscher Traum Also zumindest wenn man grad nicht da ist!

Irgendwie hat mich die Eröffnung dieses Hauses hier schon stolz gemacht. In einem kalten Land wie Canada wurde heute, im Jahr 2009 ein Haus gebaut, was 90% (!) weniger Energie verbaucht als konventionelle Häuser hier ... auf der anderen Seite ist das natürlich auch traurig, wie verschwenderisch Menschen mit Energie sein können, nur weil es hier eben billig ist.
Traurig auch, dass diese uns (in Europa) wohl seit vielen Jahren bekannte Technik den Weg bis hier her noch nicht eher geschafft hat.
Nichts desto trotz ist der erste Schritt getan - und das wurde erstmal mit einem Stiegl, Glühwein und Bratwurst gefeiert. Da wurde ich schon ein bisschen wehmütig nach der Heimat, aber es ist wohl immer das was man nicht hat, was man am meisten will ...

Danach sind wir bei strahlendem Sonnenschein noch auf den Berg, der heute komplett eröffnet hat und konnten unsern asiatischen Touristen-Foto-Künsten mal freien Lauf lassen. Eine Abfahrt haben wir geschafft - nur allein bis ganz nach oben zu kommen hat aufgrund der Länge des Liftes schon mehr als 30min gedauert OHNE anzustehen.
Auf dem Rückweg haben wir noch ein wenig deutsche Weihnachtsstimmung mit ein paar Zweigen für erzgebirgliche Gestecke einsammeln können
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22. November 2009
Ist denn schon Winter oder wie oder was?

Da wir ja zur Zeit nun doch noch Herbst haben und Winteranfang ja astronomisch gesehen am 21. Dezember, bzw. meteorologisch am 1. Dezember ist, muss ich einfach mal dieses Bild anhängen
520cm Schnee, officially the snowiest November ever ...


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18. November 2009
Meine persönliche Wintersaison hat begonnen!

Nach Zusagen in Big White und Nelson in the Rocky Mountains haben wir uns letztendlich doch dafür entschieden, in Whistler, dem olympischen Dorf 2010, zu arbeiten.
Also eigentlich haben sich die Arbeitgeber entschieden und einen Job zu geben, wodurch uns ermöglicht wurde zu bleiben
Nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Job zu bekommen, da sich auf jede Stelle ca. 300 Leute bewerben, ist es nun doch letztendlich wieder wie in Vancouver damals, dass wir jetzt mehr Angebote haben, als Zeit.
Unseren Job auf dem Berg wollen wir ja unbedingt behalten. Nun muss ich mich nur noch zwischen Bayrischem Restaurant und zwei weiteren Restaurants für die restliche Zeit entscheiden ...

Ansonsten kann ich mich erinnern, dass ich mich in Vancouver über die Mietpreise aufgeregt hatte ...
Konnte ja keiner ahnen, dass es noch schlimmer werden könnte. Anstatt der 500$ für mein Zimmer dort, zahlen wir jetzt zu zweit JE 675$ für EIN Zimmer zusammen
Aber naja, wie oft ist man schon im größten Skigebiet Nordamerikas, größer als Aspen und Konsorten.
Und außerdem wird uns der Skipass bezahlt, das Haus ist schön und es scheit schon!!!

Nachdem ich mir ein Board im Re-Use-It Center für 35$ (21€) gekauft hatte, meine gefundene Bindung und Schuhe vom letzten Winter draufgeschnallt habe, bin ich heut mal den Berg hochgefahren und musste fast weinen beim Anblick eines ganzen Meters frischen Pulverschnee's

Da dachte ich nun schon einige Skigebiete und Schneeverhältnisse in meinem jungen Skifahrer-Leben in den letzten Jahren gesehen zu haben, aber für einen 18. Nov. im Herbst war das schon ein positiver erster Eindruck ...
Ich glaube wer den Winter und Abfahrtssport mag, muss einfach einmal in Canada oder den Rocky's gefahren sein! 
Hier verwendet man keine Schneemaschinen ... es schneit einfach. Big White war mit 7,5m und Banff mit 10m in der Saison angegeben! 
Whistler gilt ja im Vergleich zu diesen beiden Skigebieten als eher Pappschnee - aber was ich heute gefahren bin, war mir aus meiner Alpen-Karriere her absolut unbekannt und neu! 
Ich dachte ich mag Tiefschnee und Pulver, aber um hier zu fahren muss ich noch bissl üben
Kann mir gar nicht vorstellen, wie es dann in legendären "Powder"-Dörfern wie Revelstoke oder Fernie sein soll, wenn die Leute zu dem Schnee hier sagen, das sei so lala ...
Mir auch Wurst, ich kann's kaum erwarten morgen wieder auf die Piste zu gehen!
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28. September 2009
Spätsommer in den Rocky Mountains oder der erste Schnee dieses Jahr

Steffen ist los und genauso sind wir es. Nach noch ein paar Tagen zu 4. in einem Hostel was jeglicher Beschreibung spottet und genau das wiedergibt, was 10$ pro Nacht versprechen, machen wir uns auf den Weg den Canadischen Spätsommer und die Rocky's zu genießen.

Und es ist ein göttlicher Spätsommer. In Vernon, einer kleinen zuckersüß an einem gigantischen See gelegenen Stadt machen wir unseren ersten Halt und gehen meiner Leideschaft für
Kliff-Sprünge nach!

Von Vernon aus gehts über Kamloops nach Revelstoke, was dieses super niedliche Outdoor-Aktivties-Village ist. Nach ursprünglich einem geplanten Tag sind wir dann doch 3 geblieben, weil es so unglaublich viel zu tun gibt.
Unser Host Sarah nimmt uns zu unserem ersten Mal klettern mit, endlich mal nicht in der Kletterhalle. Am nächsten Tag geht aus Mt. Beggbie, eine der besten Wanderungen bis jetzt. Bei unserem kompletten Aufstieg von fast 4h, 8km und 1800 Höhenmetern regnet es durch, erst als wir den Gipfel erreichen, ist uns der Wettergott gnädig und lässt tatsächlich alle Wolken verschinden, sodass wir freie Sicht haben und sich der Weg mehr als gelohnt hat! 

Von Revelstoke aus geht es direkt in die Rocky's.
Erster Halt, Glacier National Park
3h Wanderung zum Füße eines Gletschers, Aussicht wieder einmal genial UND unser erster Schnee. Nicht viel, aber es schneit und ich bin glücklich!
Da wir ja nun auf zelten eingestellt sind, aber es für Canadische Verhältnisse doch schon spät im Jahr bzw. der Saison ist, haben die meisten Zeltplätze schon zu ... Naja, Mist - also wir uns ins Auto geschwungen und ins nächste Dorf gefahren, wo wir eine tolle Wiese gefunden haben, auf der wir uns einfach nieder gelassen haben und uns den Abend mit einem kleinen Feuerchen versüßen.
Unser Leben am Minimun gefällt mir - wie einst in Australien, mag ich es, nicht für Campingplätze zahlen zu müssen, einfach irgendwo das Zelt aufzuschlagen, auch wenn es nicht erlaubt ist. Unsere Morgendusche machen wir in der Touristen-Info oder Parkplatz-Toiletten und anstatt essen zu gehen gibt es Weißbrot und Dosensuppe. Hach, ich liebe mein Leben ...

Immer wieder halten wir an den Skiresorts hier in den Rocky's um uns für den bevorstehenden Winter zu bewerben. In der kalten Jahreszeit ist nichts mit reisen ... also heißt es in einem Skigebiet arbeiten und im Frühjahr wieder die Koffer zu packen und weiter zu ziehen.

Die großen Highlights in den kommenden Nationalparks Yoho, Banff und Jasper sind gerade bei deutschen ein beliebtes Ziel. Auch jetzt, im kalten Spätsommer treffen wir noch auf Busschaaren (deutscher) Touristen.
Bus, halten, aussteigen, Bild, Kaffee, einsteigen, weiter ...
Wir sind froh, alles was nicht mit dem Bus erreichbar ist, sondern erwandert werden muss, lässt uns allein sein und die wahre Schönheit genießen.
Die folgenden Nächte sind geprägt von auf geschlossene Zeltplätze schleichen, im BBQ-Häuschen das Zelt aufbauen, Feuer machen, essen und Nachts im Zelt selbst zu dritt ganz schön zu frieren sobald der Ofen nachlässt.
Spannende Momente bleiben da natürlich nicht aus, als bspw. der Ranger Abends bei seiner Kontrollfahrt an uns vorbei rauscht und wir uns ins Gebüsch werfen.
Unfassbare Schönheit wo auch immer wir hinkommen ...
Naddl geht sogar im Moraine Gletschersee baden - Naja, es ging um eine Wette die ich damit leider verloren hab

Nach 2 Wochen in den Rocky's kommen wir in Edmonton an, wo uns eine tolle Familie empfängt. Wir gehen in die Weltgrößte Mall, den Heritage Park, Radfahren im River Valley und zum Recreational Day - alles in allem aber nicht so unsere city. Dafür sind die Leute wie gehabt in Canada unglaublich nett!
Jule verabschiedet sich nach knapp 4 Wochen von uns und fährt auf eine Farm Wwoof'en.

Nach Edmonton fahren wir nach Calgary - einer meiner schönsten Canadischen Städte bis jetzt. Ich würde sogar fast sagen, ich mag es lieber als Vancouver. Der Vergleich mag zwar etwas hinken, aber vielleicht kann man es mit Dresden und Leipzig vergleichen. Dresden sieht natürlich auf den ersten Blick schöner aus als Leipzig, aber nach einer Weile lernt man die versteckten Schönheiten einer Stadt kennen was die Stadt zum Leben schöner macht ...
Naja, wir hatten eine tolle Zeit dort.
Direkt zu mehreren Hausparty's eingeladen worden, die Stadt erkundet, zum Dodgeball (2 Felder/Völkerball) eingeladen worden, wandern am See, im Heritagepark und die Vorbereitung auf den strengen Candadischen Winter. Mit -15° in Calgary war Radfahren schon fast nicht mehr lustig ...

Da wir nun hauptsächlich auf Jobsuche für den Winter waren, fuhren wir quasi einen Loop der uns zurück Richtung Whistler, von wo wir ursprünglich kamen, führen würde ...
Vorfbei an Revelstoke, wo der Herbst nun bereits Einzug gehalten hatte und das nur 3 Wochen nachdem wir das letzte Mal dort waren.
Finally haben wir auch den Salmon Run zu sehen bekommen, was äußerst beeindruckend war.
Im schönen Kelowna und dem 2. größten Canadischen Skigebiet haben wir auch einen Job angeboten bekommen, aber wir wollen ja eigentlich in Whistler arbeiten - also abwarten.
Wir haben eine geniale Zeit dort und lernen viele witzige und nette Menschen kennen, die uns fast einreden dort zu bleiben
Auf dem Weg zurück Richtung Vancouver erwartet uns noch einmal ein ziemliches Highlight. Es ist der 19. Oktober und ein wunderschöner sonniger Tag. Wir sind allein an diesem kristallklaren See und ich sehe dieses mir so lieb gewonnene Schild wieder, welches immer so ein toller Wegweiser ist ...
Naja und es hat sich gelohnt, nochmal eine Runde nach diesem Kliff zu suchen Was macht man nicht alles für'n Bild, war dann doch schon ganz schön kühl und bissl am Arm und an den Füßen hat's auch eingeschlagen ...

Vorbei an weiteren niedlichen Städtchen kommen wir wieder nach Rossland, wo wir mit Jenn und Britt und erstes orginal Halloween feiern, was schon anders ist als bei uns. Erinnert mich an unsere tolle Zeit als Kinder in der DDR, als wir noch nach Süßem oder Saurem durch die Straßen gezogen sind ...

Naja, nach 1,5 Monaten sind wir zurück in Vancouver, bzw. Whistler. Auf dem Weg haben wir 2 Jobangebote bekommen und nun zur Jobfair in Whistler waren wir auch erfolgreich und unser kleiner Winter-Wonderland-Traum in Whistler geht in Erfüllung.
Wir bekommen beide Jobs hier, können zu den Olympischen Spielen hier im Dorf bleiben und dann im Frühjahr Richtung East Coast Canada's weiter ziehen.
Alles hat so geklappt wie wir uns es vorgestellt haben!

Nachstes Jahr warten dann Yellowstone, Mt. Rushmore, Montreal, Toronto und so paar Sachen dazwischen Ich freu mich schon - aber auch auf eine Rückkehr nach Hause ...
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24. August 2009
Zurück in die Zukunft

Ich hole Steffen also vom Flughafen ab, super pünktlich und ich freue mich auf den bevorstehenden 3-Wochen Road Trip.
Die Fahrt wird uns genau dort hin zurück führen, wo ich eigentlich hergekommen bin: Nevada
Ziemlich doof, wiel ich das ja alles schon einmal gesehen habe.
Aber zum einen kann man niemandem verübeln, the westcoast einmal sehen zu wollen und das ganze was ich in 3 Monaten gemacht habe, werden wir nun ja in 3 Wochen machen (wollen).
Unser eigentliches Ziel ist Reno/Nevada. Eines der größten und wohl einmaligsten Festivals auf diesem Planeten --> Burning Man
Eine Woche in der Wüste von Nevada. Auf dem Festival gibt es kein Geld! Es gibt keine Läden und Stände, man kann nichts kaufen. Es gibt keine Duschen, es gibt keine Getränke zu kaufen, nichts ... alles basiert hier auf trade. Bring Geschenke oder Dinge zum tauschen oder sei autark.
Wir sind aufgeregt! Noch eine Woche bis hin, eine Woche dort und ca. eine Woche für den Rückweg.

Einige Dinge kann ich Steffen direkt aus dem Kopf schlagen - 3 Wochen sind einfach nicht genug um Seattle, Portland, LA, San Francisco und Vegas zu sehen!! Es ist eben nicht Deutschland und die Distanzen mögen auf der Karte klein aussehen, sind sie aber nicht ...
Wir einigen uns also auf dem Hinweg auf ein paar Highlights und den Rest auf dem Rückweg.
  • Seattle bestätigt einmal mehr eine meiner Lieblingsstationen an der Werstküste zu sein ...
  • Eugene, wo wir unsere Burning Man Mit-Camper treffen und ein paar tolle Ausflüge in die Umgebung machen zuHot Springs und Wasserfällen
  • Crater Lake, der uns schwer beeindruckt hat und ich nun, nachdem ich im Winter ja schon mal da war, nun endlich dort baden und wandern kann
  • Redding, wo wir bei Brittni im Millionen-Haus wohnen, von Wasserfällen springen und auf eine Bootstour und tubing gehen
  • Ankunft in Reno bei Burning Man direkt erstmal mit einem kleinen Sandsturm
Nach der ersten Nacht finden wir auch unsere Kameraden, bei denen wir unser Lager für die nächste komplette Woche beziehen. Unfassbar ...
  • Tagsüber 40°, Nachts 10
  • 55000 Menschen.
  • Mindestens einmal täglich Sandstürme, Stoob überall, kein Geld, keine Duschen, überall Musik, Hitze, Party, Workshops ... 
Einfach unfassbar wie organisiert die Camps und Leute hier sind. Alles ist kostenlos, sofern man das sagen kann. Es gibt quasi doch alles, man muss es nur finden. Egal ob man Massage, -Orgasmus, -Hula-Hoop, oder sonst was für Workshops tagsüber machen möchte. Es gibt ALLES!
Theme-Camps haben Ice-Cone-Days, Mohito-Stunden, es gibt Theme-Camps, die sich darauf spezialisiert haben, Leuten Sprinklerduschen zu verpassen, andere machen den ganzen Tag essen für jederman - einfach nur unglaublich. Man könnte quasi ohne alles kommen und hätte selbst hier in dieser unwirklichen Wüstenlandschaft ein tolles Leben.
Jeder teilt, sobald man irgendwo essen macht, ist jeder der vorbei kommt eingeladen. Wildfremde Leute tauchen nachts in unserem Camp auf und schlafen einfach auf der Couch, aber so ist das eben und es ist gut so. Es gibt eine Post, wo man einfach so Karten in die ganze Welt kostenlos schicken kann, jeder ist nett, jeder lacht und feiert ... eine Woche lang.
Tagsüber eben Kunst, jeder zeigt und teilt das was er am besten kann und nachts Musik. Unglaublich viel Musik. Gefällt es dir hier nicht, packst du dein Fahrrad und fährst zum nächsten Floor.
Man muss halt nur mit dem Staub leben können, der Hitze und der Kälte nachts.
Mein Auto und unsere Räder waren danach quasi nicht nur dreckig sondern auch im Eimer ...
Eine Menge Kunst, jeder baut und stellt aus, es fahren Boote, Drachen und Mutant-Cars herum, Art-Installations sind das non-plus-ultra und alles führt zum Burning Man
Naja und so geht es 7 Tage lang und am Ende brennt er, der Man
Eigenltich schade, aber mehr als 7 Tage in der Wüste wird doch auch schon irgendwann anstrengend und sauber gibt es quasi nicht mehr. Auf einem Monster-Ritt ohne zu schlafen sind wir in der Nacht nach dem Burn direkt durchgeballert und haben mit einer kleinen Pause direkt den Park erreicht.

Also entschieden wir uns, auf dem Rückweg für das komplette Gegenteil: Ruhe, Natur, Reinheit, komplette Schönheit und sind in meinen favourite place in the whole world gefahren: Yosemite
Nachdem ich dort ja auch im Winter schon einmal war und mich einfach nur verliebt hatte, konnte ich Steffen leicht überzeugen, dass wir einfach dahin müssen und wir haben es selbstverständlich nicht annähernd bereut! Einmal mehr hat der Park bewiesen, warum er wohl zu den schönsten der Welt gehört. Auch wenn die Zeit dort wieder einmal viel zu kurz war, hat es sich mehr als gelohnt!

Auf der Weiterfahrt ging es Richtung Küste und weiter nach Portland. Wir sind tatsächlich ein bisschen im Streß, denn schließlich muss Steffen einfach noch Vancouver sehen. Eine Stadt, welche wohl schöner ist, als alle anderen an der Westküste komplett Nordamerika's.
Und ja, natürlich - es war genial! Genial auch, dass Naddl und Jule bereits da waren und uns empfangen haben! So hatten wir noch ein paar Tage zusammen in dieser tollen Stadt bis die Zeit mit Steffen leider dem Ende entgegen ging und wir uns verabschieden mussten
Aber es werden wohl unvergessliche 3 Wochen bleiben, so viel steht fest!
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22. August 2009
Endlich wieder "on the road"!
Am 14. April bin ich angekommen, am 20. Mai hab ich angefangen zu arbeiten, gestern habe ich meine letzte Schicht gehabt und morgen, nach nunmehr 4 Monaten in Vancouver, fahre ich endlich wieder weiter oder los oder so.

Eine weitere (letzte?) Reperatur, eigentlich so was wie TüV verbunden mit Reperaturen für mich läppische 600$ (mal wieder) hat mein Auto Canada-Fit gemacht und jetzt kann ich endlich wieder weiter reisen.
Noch fix Versicherung (die Basis Basis Variante) für weitere 800$ abgeschlossen ... aber ich arbeite ja nicht zum Spaß
Ich bin tatsächlich etwas "tired" of Vancouver und es wird höchste Eisenbahn, endlich wieder den Traveler zu spielen ...

Mit Steffen wird es Richtung "Bunring Man" gehen, 3 Wochen bis wir zurück nach Vancouver kommen bis ich mich auf eine weitere Tour Richtung canadischer Osten machen werde! sweet
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7. August 2009
Canada spart Wasser!
Heute wurde ich von meiner Vermieterin aufgeklärt, wie man total toll Wasser sparen kann:
Abhängig von dem Geschäft was du auf der Toilette gerade hinterlassen hast, gibt es zwei tolle Reime die unserer Umwelt helfen:
Is it brown flush it down
Is it yellow keep it mellow

Echt toll hier immer ins Bad zu kommen, und ein gärendes gelbes Süppchen zu sehen ... aber es ist yellow, also keep it mellow

Ich hab mal so was gehört, da soll es so Toiletten in Europa geben, mit zwei verscheidenen Stufen zum spülen - Mensch, das würde ja Sinn machen.
Aber solche utopischen ketzerischen Gedanken möchte ich hier lieber nicht laut aussprechen, genau wie so wilde Sachen wie Solar oder Windenergie, Häuser aus Stein MIT Dämmung, Doppelglasscheiben oder Heizungen in general ...
Da kann man mal wieder sehen, wie gut man es in Dtl. eigentlich hat - oder auch nicht, weil man hier aufgrund der niedrigen Kosten halt einfach nicht sparen muss, aber ist das wirklich besser oder einfach nur traurig?!
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30. Juli 2009
Das verletzt meine Gefühle!
Seit 2 Tagen infolge sind seit der Wetteraufzeichnung Rekordtemperaturen hier in Vancouver ... ich halt es bald nicht mehr aus! 34, 35, 36° und kein Ende in Sicht - ich dachte ich bin in Canada, irgendwie nördlich und bissl kühler oder was?!
Toll, seit gestern brennt auch noch Whistler Blackcomb, der Wald, Berg und Skihang, auf welchem ich mir erhoffe im Winter zu arbeiten.
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29. Juli 2009
Canada!
Wann hab ich eigenltich angefangen hier zu arbeiten?
Die Zeit rennt schon wieder nur so seitdem ich wieder dem arbeitstätigen Volk angehöre ... angekommen am 15. April und bisschen hier herumgereist und dann schon am 20. Mai meine erste Schicht gehabt. Seit dem arbeite ich quasi durch, GENAU 9 Tage frei gehabt. Das schließt NATÜRLICH Wochenenden ein

Nichts desto trotz konnte ich mich aus meinen fixen Arbeitsstunden JEDEN Freitag, Samstag und Sonntag im Teahouse herauswinden und mit Nicholas und Andrew in den nahe gelegenen Garibaldipark zum zelten fahren.
Endlich mal wieder etwas vom Land sehen ... und wie, es war gradios! Ja - ich habe Bilder vorher gesehen, aber nach einem hike wie dem hoch zum wedgemount lake erscheint es doch gleich noch viel spektakulärer.
Canada du bist sooo schön
Auf der 3km (!) langen Wanderung überwinden wir einen Höhenunterschied von 1220m ...
Nach 2,5h waren meine Beine auch durchaus leicht schlappi.
Aber auf halbem Weg will man ja nicht aufhören und deswegen entscheiden sich Andrew und ich, noch hoch zum Mount Cook zu steigen.
Der Gipfel auf 2676m wurde nach weiteren 1,5h und einem Höhenunterschied von 780m erreicht. Naja, dass es sich gelohnt hat, war ja klar

Da nun bald August ist und damit mein letzter Monat hier anbricht, sowohl für Arbeit als auch wohnmäßig, werd ich nach diesem Ausflug langsam wieder bissl hibbelig, endlich wieder mehr zu sehen und raus und weiter zu kommen ...
Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange und die Zeit rennt quasi nur so.

Noch bessere Neuigkeiten sind eigentlich nur, dass ich bereits einen weiteren Job für die Olympics habe (der andere den ich schon sicher hatte wird damit wohl flach fallen).
Der MDR ruft also so bei mir hier an, wir haben ein kleines Interview und ich werde während der Spiele nun für's Fernsehen, irgendwie zumindest, arbeiten ... was tolle Neuigkeiten für mich waren
Es nimmt seinen Lauf - ich frage mich, wann ich mal wieder Pech habe, oder ist alles nur eine Frage der Organisation?!
Nun suche ich ab Sept. noch einen Job für'n Winter in Whistler oder sonsteinem Skigebiet und dann ist meine Zeit fast schon gelaufen
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29. Juni 2009
Fast Freizeit!
Da ich heute mal "nur" bis 16 Uhr arbeiten musste, hab ich mich auf den Weg gemacht, den Park mit See bei mir um die Ecke mal zu besuchen ...
Ein Glücksgriff, Menschen spielen auf Ihren Trommeln und tanzen dazu, Kinder haben Basball-Spiele, Mannschaften spielen Frisbee, es wird gegrillt und Leute schwimmen in dem See. Bis auf dass ich alle Sprachen außer Englisch dort höre, man in dem Wasser keinen Zentimeter weit schauen kann und ein Rabe mich die ganze Zeit anschreit, gefällt es mir hervorragend!
Bei bestem Wetter ist mein Vorhaben, mich von meinem Streß (der etwas andere Streß ) bei meinem mitgebrachten Buch zu erholen und gute russische Literatur zu genießen, voll aufgegangen. Das 1. Mal seit dem ich angefangen habe hier zu arbeiten und mich quasi hier niedergelassen habe, komme ich dazu das Buch anzufangen. Seit fast 6 Monaten mal wieder ein anderes Buch als ein Reiseführer ...
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25. Juni 2009
Gute Neuigkeiten!
Gleich 3 meiner liebsten Freunde werde ich mehr oder weniger unerwartet in Kürze wieder sehen. Nachdem mich die Mutti und Katja vor Kurzem schon in Seattle besucht haben, kommen Ende August, bzw. Anfang September nun Steffen, Jule und finally auch Naddl, worüber ich mich sehr freue!
Alle 3 haben quasi Ostdeutsch Schnäppchen geschlagen und sind mit einfacher Strecke 190€ nach Vancouver dabei ...
Das heißt dann wohl, Ende August Jobs kündigen und wieder dem vogelfreien Räuber-Leben fröhnen ... auch nicht schlecht

Ich glaube seit dem ich hier bin, ist mir vieles klarer geworden. Ich war zwar schon einmal in Australien weit weg von "daheim", eine ganze Weile lang, aber vielleicht bin ich erst jetzt groß und erfahren genug um zu verstehen, was ich eigentlich von meinem Leben erwarte ...
Diese Erfahrung ist natürlich unbezahlbar und ich bin froh (mal wieder) an diesem Punkt zu sein!
Diesmal meines Erachtens nach nur noch einen Schritt weiter als damals in Australien, da ich jetzt nach 3 Jahren richtiger Arbeit in Dtl. auch den Einblick in die Arbeitswelt habe ...
Ich geniesse mein Leben momentan zwar in vollen Zügen - manchmal auf dem Boot, wenn mal wieder Leerlauf herrscht, muss ich schon darüber lachen wie gut es mir eigentlich geht
Nichts desto trotz glaube ich, dass das keine Sachen für immer sein könnte, auch wenn das hier viele Leute auch in fortgeschrittenem Alter machen ...

Daheim streben die Leute immer danach "mal rauszukommen", einfach mal nicht den deutschen Weg zu gehen. *Schule - Ausbildung - Arbeit - Rente*
Aber wie gut wir es haben, stellt man erst fest, wenn man das alles mal nicht mehr hat.

Ich glaube auch erst jetzt zu verstehen, dass ich Freundschaften für's Leben gefunden habe und dass Freundschaften sich auch einfach ändern, nicht mehr sind wie früher, als man 13:30 Uhr nach der Schule in den Wald rumräubern geht und Höhlen und Baumhäuser bauen gegangen ist. Ich glaube ich komme irgendwann wieder Heim, treffe mich mit meinen "Freunden" und alles wird wie immer sein. Auch wenn man sich ein, zwei, drei Jahre nicht gesehen hat und nur gelegentlich hört ...
Toll und wertvoll nun zu wissen, was Heimat für mich bedeutet, was ich arbeiten möchte, Sicherheit, Freundschaften und all die Annehmlichkeiten eines deutschen Lebens.
Klar, das Gros dort ist nicht so nett ... sei es drum - die die ich mag sind es
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24. Juni 2009
Frei!
Seit dem ich am 20. Mai mit meinem 1. Job begonnen habe und nach und nach der ein- oder andere Job hinzu kam, habe ich heute am 24. Juni das ERSTE Mal einen ganzen Tag frei
Nach 5 Wochen kommt es mir komisch vor, einfach mal wieder nichts zu machen, keinen Rücksack mit Arbeitsklamotten für 3 verschiedene Arbeitgeber auf dem Buckel zu haben und mal nicht 10 Std. im Restaurant zu stehen ...
Die Jobs schmerzen nicht, es ist keine Arbeit, bei der ich ausbrenne. Ich bin einfach dort, es ist weder stressig noch unschön - die Leute sind nett, man quatscht quasi 5 von 6h, die Aussicht ist grandios und das essen besser als Wiener oder Müsli "daheim".
Ich kann mich also nicht beschweren und wundere mich einfach nur nach den 5 Wochen, wie es sich doch anfühlt, "frei" zu haben.
Der Grund dafür ist natürlich nicht, dass ich hätte nicht arbeiten müssen - aber heute froh bekomme ich unter der Dusche einen Anruf vom Cheffe und weil es eben auch seit 5 Wo. mal weniger als 25° sind und es das erste Mal seit meiner Ankunft (wirklich) regnet, meint er ich brauch heut nicht erst reinkommen ... Schön, aber in meinem blinden Arbeitswillen, rufe ich gleich bei den anderen Buden an, ob ich nicht reinkommen soll und doch arbeiten soll
Nachdem ich aber eine Einladung von einem Freund ins Kino erhalte, lehne ich dann doch dankend ab, ab 16:30 Uhr im Teahouse zu arbeiten und versuch mal das Leben mit einem freien Tag zu genießen
Um dem ganzen nachdrücklich noch etwas Ausdruck zu verleihen, anbei mein wildes Roster/oder Dienstplan mit 54 Wochenstd.:
"Mensch bist du fleißig du Arbeitstier" (-; ______________________________________________________________________________________

14. Juni 2009
Fast auf den Tag genau 2 Monate in Canada!
Eine tolle Erfahrung die man hier jeden Tag macht, und die trotzdem immer wieder für mich verwunderlich ist, sind die netten Menschen! Egal was man tut und vorallem sogar wenn man etwas falsch macht - jeder ist ständig nett!
Und anders als in Australien, habe ich sogar das Gefühl, die sind halt so und meinen es tatsächlich auch so, als dass es nur gespielte Freundlichkeit ist ...
Einige Bsp.:
Ich möchte als so den Strafzettel für Falschparken anfechten und muss dafür zum "traffic court". Natürlich kommen dort nur die Leute hin, die angenervt, geizig sind und sich betrogen fühlen, wie ich und wollen quasi ihrem Frust freien Lauf lassen, auch wenn wir natürlich alle wissen, dass die Leute dort eh nüscht dafür können. Dazu kommt es aber nicht, weil die Mitarbeiter soooo nett sind, dass man quasi nach 3 min in einem Gespräch über die Reise, den weiten Weg und wie bitter das mit dem Ticket doch ist, verwickelt ist
Bsp. 2:
Ich renne mit meinem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit zum Skytrain und sollte eigentlich entweder den Fahrstuhl oder die Treppen nehmen, die Rolltreppen sind aber natürlich schneller, also nehme ich die! Die "öffentlicher Transport skytrain" Mitarbeiterin lächelt mich an und meint nur super freundlich, sorry to disturb you, but could you please use next time the elevator or the stairs?! Thank you." Lächelt und verschwindet ...
Ich hatte natürlich schon längst Ausreden für Platzangst und das Rad ist zu schwer für die Treppen parat, aber die war einfach zu nett und das Thema war geklärt.
Bsp. 3:
Der Skytrain ist voll mit Leuten die von der Arbeit Heim wollen und ich will mit meinem Rad natürlich auch noch rein - na toll! Da erwartet man als ordentlicher Deutscher natürlich, dass sich jeder versucht vor mir als Radfahrer reinzudrängeln und ca. 74 verbitterte Blicke - neee, nicht hier. Alle warten bis ich schön mein Plätzchen mit dem Rad im Zug gefunden hab, sind nicht mal wirklich angenervt und steigen dann ein ...
Was ist nur los mit denen hier, jeder grüßt auf der Str. wenn man Blickkontakt hat, kein Autofahrer ist verbittert wenn er mal länger warten muss oder jemand schleicht ...
Da muss ich mich echt erstmal dran gewöhnen

Nachdem ich nun ansonsten bereits seit einigen Wochen wieder arbeitstätig bin, komme ich heute das 1. Mal dazu, wieder Freizeit in Vancouver zu verbringen ...
Meine gewöhnlichen Tage haben sich quasi komplett geändert, seitdem ich anfing mich zu bewerben. Vom traveller, der jeden Tag Zeit hat sich die schönen Sachen anzusehen, zu einem vielbeschäftigten, unterbezahlten Arbeitstier
Da ich mich ja nun in einigen Firmen beworben habe, kamen im Endeffekt auch 3 auf mich zurück, ich hatte kleine Interviews und hab's irgendwie nicht über's Herz bekommen, auch nur einem Arbeitnehmer eine Absage zu erteilen ... das widerrum heißt, ich habe nun 3 Jobs und quasi kein "social life" mehr! Regelmäßig starte ich gegen 11 in dem einen Restaurant, mache bis 16 - 17 und radel dann zum nächsten, wo ich von 18 - 24 Uhr arbeite!
Beide Restaurants wollten mich Vollzeit und geben mir also 5 von 7 Tagen die Woche, leider überschneidet sich das natürlich & hinzu kommt noch, dass ich den Job den ich wirklich wollte auch noch bekommen habe und auch dort noch ca. 3 Tage die Woche jobbe. Wie einst in Sydney arbeite ich nun auch hier auf den Booten im Hafen und serviere auf den Harbour-Cruises, was wie damals wieder genial ist. Absolut kein Streß, dafür guter Ausblick, gutes Geld und tolles Essen
Letztens frage ich den Superviser so, what we're supposed to do until we serve the food und er meint nur so, we hang out and chill a little bit 
Und das Beste ist, wie auf den Bildern zu sehen, fahre ich regelmäßig an meinen anderen beiden Jobs/Restaurants vorbei und kann vom Wasser aus sehen, wie busy es dort ist *hehehe

Trotzdem muss ich auch hier mal wieder das verdrehte System anprangern, da ich für den (im Endeffekt supereinfachen und anspruchslosen) Boat-Job zu einem 2h Gruppeninterview (!!!) musste und nun mit teilweise unfähigen und unerfahrenen Nichtsnutzen und Tagelöhnern zusammen arbeite
Die gesamte Job-Situation hier ist und bleibt über die Maßen wettstreitend, selbst für die einfachsten Jobs, wo man keine Erfahrung oder Hochschulabschlüsse benötigt, wollen die Arbeitgeber Lebensläufe und Anschreiben. Letztendlich erhält man dann für diese Arbeit zwischen 8 und 11$, was definitiv nicht zum Überleben ausreicht. Deswegen hat jeder dieser Arbeitnehmer mindestens 2 Jobs und musste mind. 200 Lebensläufe ausdrucken und Jobinterviews besuchen. Die gleiche verwirrte Situation herrscht auf dem Wohnungsmarkt, 500$ Minimum-Rente für ein Zimmer im Keller sonstwieweit weg von Downtown ... keine Ahnung wie sich das so entwickeln konnte.

Nichts desto trotz fällt mir nun erstmal wieder auf, die Zeit rennt wenn man arbeitet und nicht mehr rumreist und jeden Tag nur genießt ... Freizeit habe ich quasi momentan keine mehr, aber auf diesem Weg lerne ich die Wirtschaft, die Sprache, Leute und das kanadische Leben erstmal richtig kennen, was auch sehr interessant ist.

Meine Zukunftspläne passen sich momentan ein wenig der Situation an. Da ich ganz gut Geld verdiene, schließlich arbeite ich ja auch quasi 24/7, werde ich wohl Ende August wieder weiter ziehen und den Cross-Country Trip in Angriff nehmen, bevor die nächste Wintersaison hereinbricht und ich in einem Skigebiet meine Arbeitskraft zur freien Verfügung bereitsstelle ...
Der Job während der Olympischen Spiele ist mir ja auch schon sicher - vielleicht versuche ich ja sogar einen "richtigen" Job Ende dieses Sommers zu finden.
"Oder ich komme einfach zurück"
Immer mehr wird mir wie 2006 in Australien klar, dass die Lebens- und Arbeitssituation in Deutschland einfach nicht zu schlagen ist und wie sehr ich es vermisse.
Vorteile hier sind halt die Chancen die sich bieten, sich selbständig zu machen, seine Träume zu verwirklichen und sein eigener Herr zu werden.
Ich bin selbst gespannt, welche Richtung ich in nächster Zeit einschlagen werde --> toll diese Entscheidung treffen zu können und zu wissen und zu lernen was man wirklich vom Leben will und erwartet und vorallem was einen wirklich glücklich macht!

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28. Mai 2009
Aller Sorgen nicht zu finden zum Trotz bin ich seit nunmehr 21.5. bereits "wieder" Arbeitstätig ...
Wie ich es mir ausgesucht habe, bin ich wie einst in Australien nun auch hier in einem Restaurant/Café/Bar als "Alles-Macher" angestellt, was ziemlich Spaß macht.
Die Leute sind alle mein Alter, der Job ist super easy und die Bezahlung für canadische Verhältnisse ganz gut. Das Beste allerdings ist die Lage am "Coal Harbour" downtown Vancouver (dompteur.de.tl/Pictures/pic-1000253.htm)
Da ich mich ja nun in meinem blinden Arbeitswillen und der verzweifelten Wirtschaftslage in mehreren Buden gleichzeitig beworben habe wurde mir auch direkt gleich noch ein weiterer Job angeboten, sodaß ich nun in 2 Restaurants gleichzeitig arbeite, was schon fast in Arbeit ausartet ...

Dann bin ich jetzt immer schön mit dem Rad unterwegs, was ich von Nicholas dauerhaft geliehen bekommen habe, da auch hier wieder der canadische Preishammer (wie beim Brot, Kontoführungsgebühren und teuren Handykosten ) zugeschlagen hat.
Hier werden uralte gebrauchte Räder für 300$ angeboten, ebay existiert quasi nicht, weil die doofe Craigslist das gute alte ausgeklügelte und kundenfreundliche System untergräbt, indem der Verkäufer und nicht der Kunde den Preis bestimmt. Da kommt man halt nicht an günstige Räder ran.
Ja ... ich vergleiche noch immer mein schönes Deutschland, wo mein neues (!) Rad 150€ gekostet hat, mit hier.
Sei es drum - der "bargain hunter" wird schon was finden.
Da ich ja nun auch irgendwann mal eine eigene Wohnung brauche, da ich nicht ewig Nicholas, bei dem ich jetzt schon Wochen lebe, auf der Tasche liegen kann und möchte (auch wenn er es mir immer wieder anbietet), war ich neben meinen 12h Arbeitstagen, Fahrradsuche und Freizeit noch auf Wohnungssuche.
Auch hier, wie sollte es anders sein, wird man direkt ausgebeutet. Absoluter Nachfragemarkt, totales UNterangebot und damit absolut überhöhte Preise. Nix mehr mit eigene Wohnung wie in Leipzsch für 240€ ... Nachdem ich mir nun bereits 5 "Den" angesehen habe, die hier für direkt mal 500$ angeboten werden, man sich nicht mal drin drehen kann und "natürlich" kein Fenster hat, vergeht mir langsam die Lust.

Mal schauen ob ich bis 1. Juni was eigenes finde, nach 4,5 Monaten auf fremden Sofas wäre das schon mal wieder toll und mein erstes eigenes Zimmer seit ewigkeiten.
Was ich ansonsten gar nicht vermisse, ist Heuschnupfen. Wie bisher immer nur im Sommerurlaub, bin ich den hier komplett los ... dufte
Und die ZWEI grauen Haare die mir aus unerfindlichen Gründen gewachsen sind, lassen sich auch nicht mehr blicken

Das Beste kommt aber jetzt: Ich geh also so zu einem "informal interview", quatsch bissl rum mit denen und bekomme zu hören
"Congratulations, we see you at the olympics ..."
Schön, und damit hatte ich nach 15min also meinen Job bei den Winterspielen in Whistler und Vancouver! Da war ich aber fröhlich gestimmt!

In diesem Sinne, frohes Schaffen!
Ich hab morgen frei (Bordercontrol - Visum eintauschen, Walmart, Rad suchen, Strand)
later ...

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16. Mai 2009
Nachdem ich genau einen Monat in Canada bin und ziemlich verliebt in das Land und Vancouver bin, muss ich nun langsam eine Entscheidung treffen. In Vancouver bleiben und Arbeit finden oder einen Cross-Country Trip an die Ostküste machen ...
Naja, da am Montag Feiertag ist kann ich diese Entscheidung erstmal noch kurz hinauszögern

Ansonsten hatte ich bisher eine ziemlich gute Zeit hier.
Quasi komplett mit Freddie aus Australien unterwegs gewesen. In 4 Tagen von Whistler nach Squamish gewandert und dann in 3 Tagen den Juan de Fuca Trial gewandert, wo ich meinen ersten Bär in freier Wildbahn gesehen habe.
Leider hatte ich auch einen See in meinem Zelt, bin mit 2l zu trinken für 47km und 3 Tage ausgekommen und habe das erste Mal in einem der berühmten Trailer auf Vancouver Island gewohnt ...
Bei einer alte-Leute-Party in Nanaimo haben wir "Jugendlichen" uns kaum mehr vor Lachen einbekommen, als die Gastgeberin in Ihrem Haus am See, eine 71jährige super aktive Buchautorin, bei Ihrer "Präsentation" versehentlich ein paar Nacktbilder dazwischengerutscht sind

Im Trailer haben Freddie und ich dann fast den Generator zerschossen ... konnte ja keiner ahnen, dass der Benzinkanister und die Propangasflasche nicht neben dem 800° heißen Generator stehen sollten
Alles in allem war Vancouver Island nett, aber nix besonderes - da werd ich mich mal dem (etwas anderen) Ernst des Lebens widmen und mir bissl Arbeit suchen, wa ... puhhhh

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Nach nunmehr fast genau 3 1/2 Monaten und 8500km an der Westküste der USA habe ich nun bereits bisschen Fuß gefasst in Canada.
Gleich nach dem lustigen Grenzübertritt vermochte ich zu behaupten, dass mit Canada tatsächlich wie erhofft besser gefällt als die USA.
Banale Kleinigkeiten wie bessere Straßen, grünere Wohngegenden, Häuser aus Stein (man benutzt in den USA als Wände quasi einen Doppellayer aus Sperrholzplatten als Wände mit einer winzigen Dämmung dazwischen und astdünne Pfählchen als tragende Teile), endlich mal wieder das metrische System mit km anstatt Meilen-Anzeige und kaum jemand fährt mehr diese lächerlichen V12 4Tonnen und 92l auf 100km fressenden Trucks mehr ...

Zugute halten muss man den USA natürlich auch einiges. Die Leute sind, glaube ich, tatsächlich NOCH netter als in Canada, das Benzin dort kostet durchschnittlich 2$ pro 3,8l (53cent/l ~ 40 €cent/l) anstatt wie in Canada 1can$ pro Liter (63 €cent/l).
Auto's mit 9l/100km gelten hier als "energy efficient".
Dafür ie Handykosten sind wenigstens bisschen günstiger als in Canada. Man bezahlt nur 10cent pro ausgehende UND eingehende (!) Anrufe und sms anstatt wie in Canada 25cent für ein- und ausgehende Anrufe und sms. Hier muss man sogar extra bezahlen, wenn man auf dem Display sehen möchte, wer anruft, oder wenn man Anrufe in ein anderes "Bundesland" telefoniert ... absolut lächerlich, hier hat man auch nicht, wie bei uns, unbedingt ein Handy aus den erwähnten Gründen. Unter 50$ zu bleiben ist quasi unmöglich.

Ansonsten ist Canada auch in anderen Bereichen schon ziemlich teuer. Ein WG-Zimmer bekommt man hier kaum für unter 500$ pro Monat, Fleisch ist super teuer (was in den USA auch quasi verschenkt wurde) und auch eine Busfahrt kostet 2,75 anstatt 1,75.
Apropos Bus, da bezahl ich also mehr, dafür steigt der Busfahrer an der Haltestelle erstmal aus und holt sich was zu essen und einen Kaffee an der Tanke. Naja, die 10min machen den eh schon abweichenden Busplan auch nicht mehr fette ...
Beim einkaufen erlebt man dann hier immer eine kleine Überraschung. Man steht so in der Schlange und rechnet schon mal aus was man so bezahlt, ein Brot für 2$ (!), meine schöne bunte "Limo" für anstatt wie daheim 39cent hier für 1$ und da wäre man "ungefähr" bei 3$, nä?!
Die Kassierfreunde wollen aber irgendwas um die 3$ und 12cent weil immer noch die Steuer (welche auch immer) da noch dazu kommt. Klar, macht Sinn den Netto-Preis für den Endverbraucher auszuweisen, oder wie oder was ...
Nicht dass das schon dämlich genug wäre, ist es dann auch noch von Staat zu Staat unterschiedlich. Okay, es würde wenigstens ein bisschen Sinn für mich machen, wenn man wenigstens einen einheitlichen Preis für das gleiche Produkt hätte ... ABER, nein - so was ist doof und wir finden ein verständliches Preissystem dumm hier und berechnen eben in einem Staat für das Brot die 2$, weil der Staat eben die Steuer nicht hat und im nächsten Staat für das gleiche Brot weißen wir zwar 2$ aus, überraschen dich aber an der Kasse mit der Steuer. Alles gute.

Ansonsten hab ich ein was in der Zeit in den USA gut gelernt und das sind ein paar bestimmte Worte. Wenn man in der Lage ist, die diese in einem Satz zu verwenden, kommt man eigentlich über die Runden hier:
Well Dude, you know ... it's like kind of awesome, right (-;

Vor ein paar Tagen bin ich dann anonsten in Whistler, Nord-Amrika's größtem Skigebiet angekommen (wobei ich glaube, dass es in Österreich größere gibt).
Hier werden dann kommenden Winter die olympischen Spiele ausgetragen, meine Bewerbung für Jobs dort laufen schon Mal sehen, ob das was wird.
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